Meckenbeuren, 19.11.2018, von Laura Bellut

"Die meisten der Gefahren, die ihr heute kennenlernen werdet, könnt ihr weder schmecken, noch riechen, noch sehen."

Am 17. und 18.11.2018 nahmen vier Helfer des OV Friedrichshafen und des OV Riedlingen an einer CBRN-Ausbildung teil.

Was ist zu tun, wenn das THW zu einem Einsatz mit chemischen, biologischen, radiologischen oder nuklearen Gefahrstoffen gerufen wird? Diese Frage beantwortete der CBRN-Ausbilder Benjamin Kraffczyk am vergangenen Wochenende drei Helfern des eigenen Ortverbandes und einem Helfer des Ortverbands Riedlingen. 

"Wie bei jedem anderen Einsatz auch, gilt es zunächst die Gefahr zu erkennen, abzuschätzen und sich danach gehend richtig zu verhalten.", fasst B. Kraffczyk das Vorgehen einer CBRN-Einheit kurz zusammen. Damit die anwesenden Helfer zukünftig diesem Grundsatz folgen können, erläuterte er ihnen im Folgenden die Eigenschaften und Besonderheiten der möglichen CBRN-Gefahrstoffe.
Besonders der Umgang mit biologischen Stoffen sei tückisch. Während chemische, radiologische und nukleare Stoffe relativ leicht anhand von Messinstrumenten vor einem Einsatz nachgewiesen und die Betroffenen entsprechend vorbereitet werden können, ist dies bei biologischen Gefahrstoffen wie Viren und Bakterien in der Regel erst nach einer Kontamination möglich.
Somit ist es wichtig, Einsatzkräfte entsprechend zu schützen. Hierfür stehen dem THW moderne Schutzanzüge zur Verfügung, mit denen Helfer in ein kontaminiertes Einsatzgebiet, dem so genannten Schwarzbereich, geschickt werden können. CBRN-Einsätze können jedoch nur von Helfern durchgeführt werden, die bereits den Lehrgang zum Atemschutzgeräteträger erfolgreich abgeschlossen haben. "Diese umluftunabhängige Versorgung mit Atemluft ist unabdingbar!", erklärt B. Kraffczyk. 

Die Handhabung der Schutzanzüge und Messinstrumente lernten die Helfer in Übungsszenarien kennen. Im ersten Szenario verwandelte sich das Gelände des OV Friedrichshafen in ein kontaminiertes Einsatzgebiet, auf dem leckgeschlagene Gefahrstoffbehälter und Hindernisse den Weg zu einem defekten Gefahrgut-IBC erschwerten. 
Anschließend wurden die Helfer zu einem Übungseinsatz mit einem verunglückten Medikamententransport und einer verunfallten Person gerufen. Da nicht klar war, welche Stoffe das Fahrzeug transportierte, musste das Gebiet abgesperrt und freigemessen werden. Erst danach konnte und durfte die Person aus dem Fahrzeug gerettet werden. 
Ausbilder Kraffczyk ist zufrieden mit der Leistung der Teilnehmer. "Die Helfer haben richtig reagiert und sich schnell in den Umgang mit der Ausrüstung eingefunden!", fasst er die Ausbildung zusammen. 

Zufrieden bestätigt er, dass alle Teilnehmer den Lehrgang erfolgreich abgeschlossen haben und für den Einsatz im Chemikalienschutzanzug bereit sind. 
Besonders möchte er sich bei der Johanniter-Unfall-Hilfe bedanken, die mit einem besetzten Rettungswagen die letzte praktische Übung der Teilnehmer noch realistischer gestalten konnten. 


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