Meckenbeuren, 19.03.2019, von Laura Bellut

Da hingehen, wo andere weglaufen

Das Einsatznachsorge-Team (ENT) des THW unterstützt nach belastenden Einsätzen

Im Einsatzfall werden nicht nur die Opfer eines Geschehens belastenden Situationen ausgesetzt. Durch ihre Ausbildung lernen die Helferinnen und Helfer des Technischen Hilfswerks mit diesen Einsatzsituationen umzugehen. Besonders in Katastrophenfällen, wie z.B. Flugzeugabstürzen, schweren Unfällen oder Naturkatastrophen, jedoch, können die Helferinnen und Helfer an ihre eigenen Grenzen stoßen.

Nach einem Einsatz ist es normal, wenn zunächst Gerüche, Bilder und andere Sinneseindrücke im Kopf verbleiben und erst nach einiger Zeit verarbeitet werden können. Wenn diese normalen Reaktionen jedoch in ständige Schuldgefühle, Ängste, Grübeln, körperliche Beschwerden oder in einen übermäßigen Konsum von Alkohol, Schlaf- und Beruhigungsmitteln abgleiten, kann dies auf eine ernsthafte Belastung aufgrund des Einsatzes hindeuten.

Um die Helfer in diesen belastenden Situationen unterstützen zu können, wurden im THW Einsatznachsorge-Teams (ENT) gebildet. Diese bestehen immer aus mindestens einer psychosozialen Fachkraft (psFk) und einem (oder mehrerer) so genannten Peer. Der Peer ist eine ausgebildete THW-Einsatzkraft und fungiert unter anderem als THW-spezifischer "Dolmetscher" zwischen den Helfern und der psFk. In regelmäßigen Abständen werden die Teams in Ausbildungen auf ihre Aufgaben in der Einsatznachsorge vorbereitet.

Kommt es zu einem außergewöhnlich belastenden Einsatz, kann das ENT angefordert werden. In Gruppen- und Einzelgesprächen können die Einsatzkräfte in absoluter Vertraulichkeit das Erlebte auf- und verarbeiten. Da jeder Mensch individuell auf belastende Situationen reagiert, werden den Helfern ebenfalls Möglichkeiten der weiteren Verarbeitung und Unterstützung vorgestellt.
"Das Wichtigste jedoch ist, sich selbst Zeit zu geben und sich auf keinen Fall für seine Emotionen oder Gedanken nach einem belastenden Einsatz zu schämen!", erklärt der THW-ler des OV FN Oliver Weiffenbach. Er selbst ist Peer im Einsatznachsorge-Team und unterstützt Helfer nach besonderen Einsätzen in ganz Baden-Württemberg.
"Man darf nie vergessen, dass jede Einsatzkraft außergewöhnliche Arbeit für unsere Gesellschaft leistet! Manche Bilder werden die Helfer ihr Leben lang begleiten. Das ist völlig normal. Wichtig ist nur, zu wissen, wie man mit diesen Bildern umgeht. Dafür sind wir da."

Mehr Informationen zur Arbeit der Einsatznachsorge-Teams hier.


Alle zur Verfügung gestellten Bilder sind honorarfrei und dürfen unter Angabe der Quelle für die Berichterstattung über das THW und das Thema Bevölkerungsschutz verwendet werden. Alle Rechte am Bild liegen beim THW. Anders gekennzeichnete Bilder fallen nicht unter diese Regelung.




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